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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:luen4-opus-3302
URL: http://opus.uni-lueneburg.de/opus/volltexte/2005/330/


Die Carabiden-Fauna auf unterschiedlich intensiv bewirtschafteten Obstanbauflächen im Alten Land bei Hamburg

The carabid beetles in orchards farmed with different intensity located in the Altes Land near Hamburg

Anderßon, Olaf

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SWD-Schlagwörter: Laufkäfer , Biologische Landwirtschaft , Obstbau , Altes Land , Pestizid
Freie Schlagwörter (Englisch): carabid beetles , ecological farming , fruits , Altes Land , pesticides
Institut: Frühere Fachbereiche
DDC-Sachgruppe: Biowissenschaften, Biologie
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Aßmann, Thorsten (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.10.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 21.10.2005
Kurzfassung auf Deutsch: Seit in den 1970er Jahren erkannt wurde, dass der Einsatz von „Pestiziden“ und die Fragmentierung der Landschaft den Rückgang der Arten maßgeblich verursacht haben, verstärkten sich die Bemühungen, diesen Rückgang zu stoppen. Um dem Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten in der Kulturlandschaft entgegen zu wirken, werden Auswege aus dem Konflikt zwischen ökonomischer Notwendigkeit und nötigem Naturschutz gesucht. Anfang der 1990er Jahre begann die Hansestadt Hamburg die ökologische Landwirtschaft zu fördern und parallel wissenschaftliche Begleituntersuchungen auf den auf ökologische Bewirtschaftungsmethoden umgestellten Flächen durchzuführen. In diesem Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Naturschutz entstanden die vorliegende Arbeit, deren Untersuchungen in den Jahren 1993 bis 1995 durchgeführt wurden. Es wurde die epigäische Fauna mit Hilfe von Bodenfallen nach BARBER (1931) gefangen und die Laufkäfer bis auf Artniveau bestimmt. Es wurden verschiedene Qualitäten der Intensivierung und besonders die speziellen Bedingungen im Obstbau beleuchtet. Anschließend wurden die Auswirkungen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung auf die Laufkäfer betrachtet.
Einer der Hauptgründe für den Rückgang der Laufkäfer auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Durch Extensivierungsmaßnahmen, wie z.B. der Umstellung auf die ökologische Wirtschaftsweise, kann die Diversität von Laufkäferzönosen zum Teil deutlich gefördert werden. Durch die vorliegende Arbeit, konnten – bezogen auf die Laufkäferzönosen – aber praktisch keine Unterschiede zwischen den ökologisch und nichtökologisch bewirtschafteten Flächen im Alten Land nachgewiesen werden. Es konnten jedoch – bei einer seit zehn Jahren ökologisch bewirtschafteten Fläche – erste Tendenzen zur „Erholung“ gezeigt werden. Als Gründe für ein Ausbleiben der Erholung der Laufkäferzönosen wurden folgende drei Bereichen diskutiert:
1. Die Größe der ökologisch bewirtschafteten Flächen, die – vor dem Hintergrund der Bewegungsmuster von Laufkäfern – durchweg zu klein bzw. zu schmal waren, um einen positiven Effekt auf das Gesamtökosystem des Alten Landes zu haben.
2. Die nach der Umstellung vorherrschende Bewirtschaftung, die man als sehr intensiv bezeichnen muss und die nicht automatisch mit einer Extensivierung gleichzusetzen war.
3. Die Möglichkeiten der Neubesiedlung, die Aufgrund der immer noch vorherrschenden integrierten Anbauweise im Alten Land, für viele Carabiden-Arten nicht möglich ist, da es keine spritzmittelfreien Korridore hin zu den ökologischen Flächen gibt.
Es wurde empfohlen, die Bereitstellung von Ressourcen, die nicht oder nur temporär (z.B. als Fahrgasse) für den Kulturpflanzenanbau genutzt werden, in einem Förderprogramm zu berücksichtigen. Die Einsaat von Blütenpflanzen in den Mittelteil der Fahrgasse ist hierfür ein Beispiel. Weitere Maßnahmen (z.B. Förderung von Hochstammanlagen, Förderung und Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Grabensystemen und deren sensible Pflege und eine extensivere Bewirtschaftung) sind dringend erforderlich, um eine Verbesserung im Naturhaushalt zu erzielen.
Kurzfassung auf Englisch: Since it was discovered in the 1970s that the utilisation of pesticides and the fragmentation of the landscape have played a decisive role in reducing the number of species, growing efforts have been made to stop such reduction. In order to counteract the extinction of many animal and plant species in man-made landscape, solutions are being investigated that consolidate economic necessity and required environmental protection. In the early 1990s, the federal state of Hamburg started to subsidize ecological farming and at the same time carry out accompanying scientific research in areas converted to such ecological farming methods. The present study reflects the conflict between farming and environmental protection. It is based on research carried out between 1993 and 1995. The epigeic fauna was caught in ground traps according to BARBER (1931), and carabid beetles were classified according to genus. Various ranges of intensification and in particular the special conditions of fruit-growing were looked into. Subsequently, the focus was laid on the effects of intensive farming on carabid beetles. One of the main reasons for the decline of carabid beetles in farmed areas is the use of chemical herbicides. By using measures of extensification, e.g. the move to ecological farming methods, the diversity of carabid beetle symbioses can be supported, often to a significant degree. As to carabid beetle symbioses, the current study did not reveal major differences between ecologically farmed and non-ecologically farmed areas in the Altes Land. However, in regard to areas farmed for ten years with ecological methods, first signs of a recovery were apparent. Focusing on reasons for the absence of a recovery of the carabid beetle symbioses, the following three aspects were discussed:
1. The size of ecologically farmed areas, which in regard to the movement patterns of carabid beetles were consistently found to be too small and/or too narrow to have a positive effect on the ecological system Altes Landes in its totality.
2. The farming method used after shifting to ecological farming, which was throughout very intensive and could not automatically be equalled to extensification.
3. The possibility of resettlement was impossible to most carabid species due to the still dominant integrated farming method used in the Altes Land, as the ecologically farmed areas are not accessible through corridors untouched by plant spray.
It was recommended that the allocation of resources that are either not used at all for growing cultivated plants, or only temporarily so (e.g. as driveway), is subject to a promotion program. An example may be to sow flowering plants in the mid section of driveways. Further measures (e.g. promotion of tall tree layouts, promotion and rebuilding of continuous trench system and their sensitive nurture as well as more extensive farming) are required to achieve improvements of ecosystems and natural environment.


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Letzte Änderung: 30.05.12